30. August 2015

Schrittmacher

Was ist ein Herzschrittmacher?

Ein Schrittmacher ist ein medizinisches elektrisches Gerät, welches die Funktion der herzeigenen Taktgeber (Sinusknoten und/oder AV-Knoten) teilweise oder vollständig übernehmen kann. Bei Erkankungen dieserTaktgeber kommt es zu langsamer Herzfrequenz und/ oder zu Ausfällen von Herzaktionen (Pausen, Aussätzer), wodurch zu Schwindel- und Kolapszuständen, zum Teil mit Bewußtseinverlust führen kann.

Funktionsprinzip:

Das kleine Gerät (etwas kleiner als eine Streichholzschachtel) wird unter der Haut im oberen Brustkorbbereich rechts oder links operativ eingesetzt. Der Schrittmacher besitzt einen elektronischen Schaltkreis sowie eine Batterie. Mit einem dünnen Draht (Sonde), je nachdem heute bis zu drei Sonden. ist dieses Gerät mit dem Herzmuskel verbunden. Es überwacht ständig die Herztätigkeit und gibt bedarfsabhängig bei verlangsamter Herztätigkeit elektrische Impulse ans Herz ab. So wird eine optimale Herzfrequenz und damit eine ausreichende Blutversorgung des Körpers sichergestellt. Es gibt prinzipiell drei Arten von Schrittmachern:

Einkammerschrittmacher

Schrittmacher mit nur eine Sonde. Diese liegt entweder in der rechten Vorkammer (AAI) oder in der rechten Kammer (VVI). Dieser Schrittmacher wird als Bedarfsschrittmacher verwendet: fällt die Aktivität zeitweise oder ganz aus, wird nach Ablauf eines eingestellten Stimulationsintervalls ein Impuls über die Elektrode abgegeben. Bei ausreichender Eigenaktivität ist der Schrittmacher nicht aktiv (inhibiert).

Zweikammerschrittmacher

Dieser Schrittmacher ist mit zwei Sonden ausgestattet. Eine für die rechte Vorkammer und eine für die rechte Kammer (DDD). Fehlt eine Vorkammeraktion aus setzt die entsprechende Sonde einen Impuls ab. Kommt die Erregung nach einem eingestellten Interval nicht in die Kammer an reagiert die Kammersonde und gibt einen Impuls ab.

Dreikammerschrittmacher (biventrikulärer Herzschrittmacher)

Drei Sonden, eine für die rechte Vorkammer, eine für die rechte Kammer und eine für die linke Kammer. Dieser Schrittmacher wird für die sog. kardiale Resynchronisationstherapie bei bestimmten Formen der Herzschwäche (Herzinsuffizienz) eingesetzt.

Defibrilatoren (ICD-Schrittmacher)

Sonderform der Schrittmacher. Diese werden eingesetzt um schwere, oft lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen (Kammertachykardien, Kammerflattern, Kammerflimmern) automatisch durch Elektroschocks zu behandeln. Heute gibt es diese Schrittmacher mit einer oder mehreren der o.g. Kombinationen.