31. August 2015

Überstimulation

Überstimulation

Überstimulation ist eine therapeutisches Verfahren zu Beseitigung des Vorhofflatterns (und des Kammerflatterns), durch elektrische Reizung direkt am Vorhof (bzw. am Ventrikel).

Das Vorhofflattern ist eine tachykarde Herzrhythmusstörung, bei der die Vorhöfe zwischen 200 und 300 Mal pro Minute erregt werden. Entsprechend schnell ziehen sie sich zusammen. Da die Vorkammern gegenüber der Kammern elektrisch isolliert sind und die Erregungsausbreitung in die Kammern nur durch den sog. AV-Knoten verzögert und gebremst erfolgt, ist die Kontraktionsfrequenz der Kammern um einiges langsamer (meistens um die Hälfte). Kammerflattern bedeutet entsprechend eine Erregungs-/Kontraktionsfrequenz der Kammern um 200–300/min. Eine solche Kontraktionsfrequenz der Kammern bedeutet kaum Pumpleistung, was zu einem sofortigem Kreislaufstillstand führt.

Da beim Vorhofflattern die Kontraktionsfrequenz der Kammern (letztlich der Puls) zwar schnell, aber die Pumpleistung (und somit der Kreislauf) noch aureichend ist, kann die Therapie einige Zeit abgewartet werden.

Durch Einführung einer sog. passageren Schrittmachersonde zum rechten Vorhof (über eine große Vene in der Leiste oder am Arm oder am Hals), werden elektrische Impulse mit einer (um einige Schläge) schnelleren Frequenz (deswegen Überstimulation) abgegeben. Dadurch wird in einem hohen Prozentsatz erreicht das Vorhofflattern zu beseitigen.