31. August 2015

PTCA = Dilatation

PTCA = Ballondilatation

Was ist eine PTCA?

Die Perkutane Transluminale Coronare Angioplastie (PTCA) ist ein Verfahren, um verengte Herzkranzgefäße (Koronararterien) zu dilatieren (erweitern).

Der Begriff Angioplastie umfasst verschiedene Methoden, mit denen Gefäßeinengungen (Gefäßstenosen) beseitigt werden. „Angio“ und „plastie“ leiten sich aus dem Griechischen ab und lassen sich mit „Gefäß“ und „Wiederherstellung“ übersetzen.

Wie funktioniert die PTCA?

Die PTCA wird im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung durchgeführt. Nach Darstellung der Gefäße und Lokalisation der Stenose (durch Gabe von Kontrastmittel und Röntgenaufnahmen) wird ein s.g. Führungskatheter über die Leistenarterien eingeführt und der Abgang des Koronargefäßes damit sondiert. Über diesen Katheter wird dann ein sehr dünner und stark biegsamer, s.g. Führungsdraht über die Stenose vorgeschoben. Über diesen Draht wird ein Ballonkatheter an die Engstelle im Gefäß angebracht. Dies ist ein dünner, biegsamer Kunststoffschlauch mit einem aufblasbaren länglichen Ballon am Ende. Durch hohen Druck (6-20 bar) wird dann die Einnegung „platt“ gedrückt. Der Ballon kann nur die vorgegebene Dicke, nähmlich die des Gefäßes annehmen, sodass das Gefäß nicht platzen kann.

Das Ergebnis wird mittels erneuten Röntgenaufnahmen kontrolliert. Um das abgedrückte Stenosematerial und die Innenwand des Gefäßes zu stabilisieren verwendet man heute fast immer einen s.g. Stent. Dieser besteht aus einem Metallgeflecht, der auf einen Ballon vormontiert ist. Durch Aufblasen des Ballons an der vorher aufgeweiterten Stelle wird der Stent entfaltet. Der Ballon kann nach Ablassen des Druckes dann wieder entfernt werden.

Wann wird eine PTCA durchgeführt?

Eine PTCA wird vor allem bei kurzstreckigen Engstellen in den Koronargefäßen durchgeführt (ab einer Einengung von mehr als 75 Prozent bis hin zum Gefäßverschluss).

Was ist vor einer PTCA zu beachten?

Die Vorbereitung und Voruntersuchungen sind die gleichen wie bei einem Herzkatheter.

Dazu gehören:

  • EKG
  • Belastungs-EKG
  • Myokard-Szintigramm (evtl.)
  • Blutuntersuchung mit Bestimmung des Blutbildes sowie der Nieren-, Blutgerinnungs- und Schilddrüsenwerte
  • Röntgenaufnahme der Lunge und des Herzens.

Eine Schilddrüsenüberfunktion muss immer ausgeschlossen werden, weil jodhaltige Kontrastmittel sie verschlimmern können. Abgeklärt werden muss auch, ob eine Allergie auf Kontrast- oder Betäubungsmittel besteht. Außerdem müssen die Nieren ausreichend gut funktionieren, denn das Kontrastmittel wird vor allem über diese Organe ausgeschieden. Dialysepflichtige Patienten müssen sich deshalb nach der Untersuchung immer einer Blutwäsche unterziehen.

Am Tag der Untersuchung darf der Patient nichts essen. Die Behaarung in der Leistenregion wird wegen der Infektionsgefahr entfernt.

Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob und wie Sie Ihre normalen Medikamente einnehmen sollen.

Wie wird eine PTCA durchgeführt?

Nach gründlicher Desinfektion der rechten Leistenregion wird ein Kunststoffschlauch (Schleuse) in die Leistenarterie eingeführt. Anschließend wird unter Röntgenkontrolle ein Herzkatheter über die Hauptschlagader zum verengten Gefäß vorgeschoben. Mit Hilfe von Kontrastmittel wird die Engstelle am Röntgenbildschirm sichtbar gemacht.

Nun wird der Herzkatheter über die Schleuse durch den Ballonkatheter ausgetauscht, der unter Röntgenkontrolle an die Engstelle vorgeschoben wird. Jetzt wird das Gefäß aufgedehnt (Röntgenkontrolle). Meist müssen mehrere Aufdehnungen vorgenommen werden.

Während der Ballonaufdehnung kann es zu Herzschmerzen kommen, weil die Blutzufuhr für einige Sekunden unterbrochen wird. Auch kleine Einrisse der innersten Gefäßschicht können entstehen. Dort können sich Blutplättchen anlagern und das soeben eröffnete Gefäß wieder verschließen. Deshalb werden vor und während der Aufdehnungen blutgerinnungshemmende Medikamente gespritzt.

Nach erfolgreicher PTCA wird der Patient (je nach Behandlungszentrum) auf die Intensiv- oder Überwachungsstation verlegt. Die Schleuse bleibt noch in der Leistenarterie und der Patient muss liegen bleiben. Mehrere Stunden lang wird das blutgerinnungshemmende Medikament über eine Infusion verabreicht, um einer Thrombose vorzubeugen. Die Dauer dieser Maßnahmen hängt vom jeweiligen Zentrum ab. Zusätzlich wird kontinuierlich ein EKG aufgezeichnet. Der Patient muss außerdem viel trinken, damit das Kontrastmittel schnell über den Urin ausgeschieden wird.

Die Schleuse wird meist am nächsten Tag nach der Kontrolle der Blutgerinnungswerte entfernt. An der Leiste wird für 12 bis 24 Stunden ein Druckverband angelegt. Solange darf der Patient nicht aufstehen, weil sich die Leistenarterie sonst wieder öffnen könnte. Die Folgen können schwere Blutungen in die Leistengegend sein. Nach dem Ziehen der Schleuse darf der Patient wieder essen. In den folgenden Tagen sollte er nichts Schweres heben oder tragen.

Die Erfolgsrate der Gefäßeröffnung liegt heute bei mehr als 90 Prozent. Allerdings verengen sich die aufgedehnten Gefäße in etwa 30 Prozent der Fälle innerhalb von einigen Monaten wieder (Restenose). Je länger die PTCA zurückliegt, um so geringer ist das Risiko einer erneuten Verengung.

Neu ist der Einsatz eines Ballonkatheters, der mit einem Medikamente beschichtet ist. Während der Aufdehnung wird der Wirkstoff (Paclitaxel) freigesetzt. Eine unkontrollierte Zellteilung der Gefäßwand wird verhindert und die Restenoserate sinkt. Die Katheter werden derzeit aber nur im Rahmen von Studien eingesetzt.

Was ist nach einer PTCA zu beachten?

Patienten müssen nach einer PTCA lebenslang Medikamente zur Hemmung der Blutgerinnung einnehmen (ASS).

Sechs Monaten nach der PTCA ist ein Herzkatheter zur Kontrolle erforderlich. Treten schon vorher Herzbeschwerden (Angina pectoris) auf oder zeigen sich Auffälligkeiten im Belastungs-EKG, muss die Kontrolle schon nach drei Monaten erfolgen.

Mögliche Komplikationen

Eine PTCA kann zu folgenden Komplikationen führen:

  • Herzschmerzen (Angina pectoris) bis hin zum Gefäßverschluss mit Herzinfarkt
  • Allergie auf Röntgenkontrast- und Betäubungsmittel
  • Blutungen
  • Verletzungen von Gefäßen, Nerven, Haut und Weichteilen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Infektionen
  • Thrombose
  • Embolie (Schlaganfall, Lungenembolie)

Alternativen zur PTCA

Eine Verengung der Herzkranzgefäße ist alternativ mit folgenden Methoden behandelbar:

  • Bypass-Operation, hier wird eine Gefäßverengung mit einem Blutgefäßtransplantat überbrückt,
  • manchmal medikamentöse Therapie